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Kapitäns Fragestunde | Mein Schiff 3 | Dubai mit Indien

Kapitäns-Fragestunde

An unserem 5. Seetag, auf der Überfahrt von Indien in den Oman, wurde ins Theater, zur Kapitäns-Fragestunde mit dem Kapitän, Chefingenieur und Umweltoffizier geladen. Moderiert von der Entertainment-Managerin durften Fragen rund um das Schiff, die Brücke, den Maschinenraum usw. gestellt werden.

Ich persönliche finde die Fragestunde immer äußert spannend, besonders in Bezug darauf, was die Passagiere interessiert. Daher nehme ich euch heute mal durch so ziemlich die gesamte Fragestunde und springe, nach einer kurzen Präsentation vom Kapitän, gleich zu den Passagier-Fragen.

Entertainment- Managerin: „Einen wunderschönen Guten Morgen sehr geehrte Gäste, liebe Kinder. Herzlich willkommen in ihrem Theater, zur Nautisch-Technischen-Fragestunde. Ja und Sie können alle Fragen stellen, rund um die Brücke, den Maschinenraum und dann Begrüßen Sie als erstes Mal, recht herzlich, ihren Umweltoffizier.

Und auch einen kräftigen Applaus bitte für den Chefingenieur.

Last but not least, ihr Kapitän, Captain Tom, Thomas Roth.“

Präsentation über die Mein Schiff 3

Nur ein kleiner Ausschnitt, aus den Erzählungen von Kapitän Thomas Roth, denn die Folien habe ich nicht abgelichtet.

Thomas Roth: „Einen wunderschönen Guten Morgen, meine sehr geehrte Damen und Herren und recht herzlich willkommen, zu unserer Nautisch-Technischen-Fragestunde. Joah, wir fangen an, mit einer kleinen Präsentation. Und dann bitte fragen Sie, was Sie schon immer mal wissen möchten, wollten: Seefahrt, Technik, Seemannsgarn. Alles über die Mein Schiff 3.

Joah, dann fangen wir gleich mal an, mit der Präsentation. Hier ein paar Bilder, aus dem Trockendock Cadiz. Man sieht das Schiff ja nicht so oft von unten, von außen, wenn es eben nicht im Wasser schwimmt. 

Hier wurde ein zusätzliches Heckstrahlruder eingebaut. Wir hatten etwas zu wenig Kraft am Heck und da sehen Sie, dass diese Schiffsbauteile heute nicht mehr am Schiff gebaut werden sondern in Kuchenstücken, in Segmenten oder Sektionen vorgefertigt werden. Und wenn das Schiff ins Trockendock geht, wartet quasi das neue Bugstrahlruder schon und wird eingefügt.

Joah, hier noch mal von der Seite, dass Umlenk-Getriebe mit dem Propeller und oben drauf wird dann von Innen der Elektromotor aufgesetzt (…)

(…) das war ein kleiner, technischer Überblick und dann können wir loslegen. Bitte haben Sie all ihre Fragen bereit.“

Fragen aus dem Publikum

Auseinanderbrechen von Kreuzfahrtschiffen?

Herr 1 „Vielen Dank, für die Möglichkeit zu Fragen. Man hört ja schon mal von Frachtschiffen, das die, wenn die falsch beladen werden, trotz dieser Verwindung auseinander brechen. Die Mein Schiff, verwindet die sich auch noch in irgendeiner Form? Oder ist sie ganz starr gebaut?“

Kapitän: „Jedes Schiff verwindet sich. Die großen Container-Schiffe, es handelt sich meistens bei Schiffen um bis zu 400m. Die brechen denn dann aber auch auseinander weil, wenn Sie nicht mehr in die Willen rein passen. Wenn Sie entweder auf einer Welle oben drauf sitzen, oder zwischen zwei Wellen sind und dann die Belastung zu groß wird. 300m Schiffe sind da eigentlich recht gut. Die meisten brechend eigentlich nicht auseinander. Entweder es waren die Supertanker, oder die neuen großen Container-Schiffe, die eben auch wie zu 400 m lang sind. Richtig, wenn die dann falsch beladen sind, oder die Ballast-Wassertanks falsch befüllt sind und dann noch ungünstige Wellen haben, können die auseinander brechen. Diese Schiffe hier, werden schon so in einem Kasten- und Waben-System gebaut. Ich habe noch nie gehört, das ein Kreuzfahrtschiff auseinander gebrochen ist. Aber eine gewisse Verdrehung bei Schwerwetter wäre auch hier vorhanden.“

Schlechtes Programm, unscharfe Messer und Wasserkosten?

Herr 2 „Ich muss ja nautische Fragen stellen. Deshalb Frage ich Mal. Ist es wichtig, dass ein Schiff vorne oder hinten belastet wird? Denn mir ist aufgefallen, im Theater gibt es kein vernünftiges Programm für meine Generation ab 20 Uhr sondern erst ab 23 Uhr. Punkt 1. Punkt 2: Warum gibt es auf dem Schiff nur stumpfe Messer? Ich würde gerne Mal ein Steak essen, aber die Messer sind ja hier so stumpf und ich bin gelernter Metzger. Vielleicht habe ich besondere Ansprüche, aber ich würde Ihnen gerne mal beim Messer schärfen helfen. Und die dritte Frage ist: das Schiff wirbt immer damit „alles inklusive“, warum muss ich Wasser bei Landgang bezahlen? Ich kann mich hier den ganzen Tag mit Schnaps besaufen, aber wenn ich 500ml Wasser, mit von Bord nehmen muss, dann muss ich sündhaft teuer viel bezahlen. Sie müssen auch an mich armen Rentner denken.“

Kapitän: „Ja und wo war jetzt die nautische Frage?“

Entertainment- Managerin: „Das hab ich mich jetzt auch gefragt. Dafür das das die nautische Stunde war, weiß ich jetzt nicht – aber die ein oder andere können wir doch bestimmt beantworten.“

Kapitän: „Sie kommen nachher mal am besten nach vorne. Wir unterhalten uns… wir sehen uns gleich. Kommen sie nachher gleich mal zu uns, dann unterhalten wir uns noch mal. Bitte!“

Herr 2 „Sie können die Frage auch gleich in Hamburg stellen.“

Kapitän: „Ja, nächste Frage bitte!“

Entertainment- Managerin: „Neee, ich glaube jetzt kommt ne schlechte Stimmung auf. „

Herr 2 (unverständliches Reden)

Entertainment- Managerin: „Genau. Ich mache jetzt mal einen Schnitt. Herzlich willkommen zur Fragestunde rund um das Schiff und alles, was sie immer schon mal wissen wollten. Ähm. Die eine Frage war ja das Wasser. Warum müssen Sie ihr Wasser kaufen, wenn Sie auf einen Ausflug wollen. Kann ich ihnen sagen. Wenn wir (..) es ist ein logistisches und auch ein Umwelt-technisches Thema. Wenn wir für jeden Gast, jeden Tag Wasserflaschen in 0.5l Größe haben würden, könnten wir erstens diese irgendwann ja gar nicht mehr lagern, wie viele Kubikmeter nur für Wasser müssten wir da haben… „

Herr 2: „Sie haben die Frage nicht richtig verstanden. So was ist mir in Hamburg auch gesagt worden (… unverständliches Gerede)

Kapitän: „Einen Moment bitte! Sie kommen nachher bitte mal nach vorne. Dann diskutieren wir das. Liebe Gäste, bitte fahren sie fort mit ein paar nautisch-technischen und Seemannsgarns Fragen! Los, seid mutig.“

Sicherheit & Standort vom Schiff?

Herr 3: „Ich würde gerne folgendes Wissen. Wenn man im Internet, den Standort des Schiffs wissen will, kann man den sehr schnell feststellen. Kriegt es ja laufend mitgeteilt. Mich würde gerne interessieren, ob diese Genauigkeit so ist, dass, ich sag mal Leute, die nicht so gute Absichten haben, dass nicht als Ziel-Koordinaten nutzen können. Ist das bedacht? Oder sag mal, die aktuelle Position nicht ganz genau angegeben?“

Kapitän: „Also grundsätzlich: Das AIS ist ja nach 9/11 Pflicht geworden und, sagen wir es mal so, das automatische Identifikationssystem, was eben auf allen Schiffen heute geführt wird, ist sehr genau. Ich muss Ihnen aber auch sagen, wenn militärische Absichten da sind, dann gibt es so viele Satelliten-Anlagen, das Schiffe heute so oder so geortet werden können. Also, mit einem 300m Schiff kann ich mich nicht verstecken. Haben Sie absolut Recht! Würde aber nicht funktionieren. Ich muss aber auch sagen, ich bin ja auch von Royal Caribbean gekommen, die haben unglaublich viel mit global security, achten die auf Sicherheit und security genauso wie in Hamburg TUI, die Logistik, und Anschläge, gerade groß angelegte Anschläge auf Kreuzfahrtschiffe, haben bis jetzt noch nicht statt gefunden. Es scheint als wenn das Interesse an einem Kreuzfahrtschiff es eben nicht vorhanden ist. Das gibt es nicht. Es wird sehr genau beobachtet, man achtet darauf, wo Tendenz und Trends hingehen, aber zur Zeit kann man sich auf Kreuzfahrtschiffen, wirklich sehr sicher fühlen. Die sind nicht Objekt und target von irgendwelchen Anschlägen und wie gesagt, sich versuchen zu verstecken, mit so einem großen Schiff, würde so wie so nicht funktionieren. Und Positionen, wenn es ums automatische Identifiations-System geht, AIS, sind eben sehr genau und die Häfen und die Behörden überwachen das auch. Wenn man den Hafen anläuft, sehen Lotsen ganz genau, wenn man in ihre Verkehrs-Trennungsgebiete einläuft.“

Schadstoffausstoß?

Dame 1: „Mich würde sehr interessieren, was die Abgasfahne alles enthält. Sie schien mir eigentlich ziemlich dunkel und ich möchte wissen, wie viel auch Schadstoffe drin sind.“

Kapitän: „Also unsere Emissionswerte sind für die Größe des Schiffes und die Anlage, die wir hier fahren, sehr sehr gering. Es gibt neue Vorschriften für 2020, da sind wir jetzt schon besser. Den weißen Rauch, den Sie sehen, das ist eigentlich nur noch Wasserdampf. Wir haben sehr große Filteranlagen, Scrubber, die über Wasserdampf-Anlagen die Abgase sehr gut reinigen. Also die einzelnen Emissionswerte kenne ich nicht und es ist auch, wäre auch jetzt zu kompliziert, die alle aufzuzählen. Aber bei Schwefel zum Beispiel liegen wir unter 0,1%. Also ich denk mal, Euro Norm 4 erreichen wir locker, den grünen Stempel, das ist die Plakette, die würde ich bekommen. Also ich dürfte Innerorts fahren mit dem Schiff, es ist aber so, dass es ein sehr großes Thema war. Die Industrie, die Kreuzfahrt ist am wachsen. Es gibt immer mehr große Schiffe. Es haben sich auch schon sehr viele Hafenstädte wie Stockholm. Hamburg, alle anderen Städte angefangen zu beschweren und es wird sehr sehr stark und viel daran gearbeitet, diese Schiffe werden immer sauberer. Und wie gesagt: Ab und zu sehen Sie mal einen etwas dunkleres Wölklein, ja wenn ich eine Maschinenanlage mit bis zu 50.000 PS starte, kann es schon sein, dass eine Maschine schon manchmal einen kleinen Schnupfen, ’ne Erkältung hat und hustet und ein bisschen Ruß raus kommt. Aber Grundsätzlich, wenn Sie jetzt auf dem Pooldeck schauen, sehen Sie weißen Wasserdampf von der Filteranlage, die über mehrere Stufen die Abgabe mit Wasserdampf reinigt. Also bei diesem Schiff, werden stündlich 400 Tonnen Wassser über Wasser verdampft. Also so Düsen eingespritzt, und jede Stunde reinigen bis zu 400 Tonnen Wasser die Abgase, die dann wieder über eine Kläranlage, wird das Wasser wieder gesäubert.“

Costa Concordia Unglück – wie verhindern?

Herr 4: „Ich hätte eine Frage. Und zwar: Wir waren auf der Costa Concordia, die hat den Felsen nicht gesehen. Gibt es auf diesem Schiff etwas, mit dem man unter Wasser nach vorne sehen kann. Oben ist Radar, nach unten Sonar. Aber nach vorne? „

Kapitän: „Also erst einmal vielen Dank, dass sie trotzdem noch zur See fahren, auf Kreuzfahrtschiffen sind. Das freut mich! Es ist so. Ich kann Ihnen sagen, was wir hier tun, das so etwas nicht passieren könnte. Vielleicht mal ganz kurz: Unser Chief-Navigation, auch genannt Captain Manolis, der kreiert die Reiserouten in der elektronischen Seekarte. Wenn die Reiseroute fertig gestellt ist, wird die von einem zweiten Senior Officier mit drei Streifen, also einem Chief-Officier, noch mal überprüft. Das nennt man zwei-Personen-Überprüfung. Wenn das geschehen ist, wird mir die gesamte Reise gezeigt und dann überprüfe ich es auch noch mal. Zudem hat die Elektronik einen safety-Koridor. Das heißt, links und rechts von der Kurslinie, von der roten Kurslinie, können wir sagen: 500m auf beiden Seiten und dieser safety-Koridor überprüft dann jede einzelne Eintragung. Sie müssen wissen, unsere elektronischen Seekarten, man nennt das eine Vektorisierte Seekarte, die ist über verschiedene Ebenen programmiert und jede Untiefe, jedes Wrack, jeder Stein ist programmiert. Und die Elektronik würde eine Untiefe erkennen. Wir können sagen: Unser Schiff hat 8m Tiefgang, wir wollen nichts passieren, was weniger als 15m hat. Da gibt es sogar verschiedene Einstellungen, wo wir einen Hafen anlaufen. Dann können wir sagen: Ok! Die geringste Tiefe darf 10 Meter sein, dann gibst Du Alarm. Und wenn wir auf offener See sind, geht das auf 20 Meter. Dann gibt es auch noch eine Safety-Box, also ein Programm, was überwacht, wo das Schiff gerade längs fahren wird. Da kann man sagen, Du schaust jetzt 3 Meilen voraus, und alles, was dir nicht gefällt, meldest Du dich. Sollte das Schiff des Nachts aus diesem safety- Koridor, der nur von 3 Personen und der Elektronik überwacht wurde, verlassen werden von dem Offizier,  muss der mich anrufen und mich wach machen. Ganz egal, ob das mitten in der Nacht, 3 Uhr morgens, da werde ich angerufen. Da gehe ich auf Brücke. Schaue mir das an, ob das sicher genug ist an diesem Punkt, den Korridor zu verlassen. Das ist hier in der gesamten Flotte, ob das mit TUI ist, mit Celebrity, mit Royal Caribbean mit Pullman mit Azamara Quest… – die Schiffe fahren alle in dem safety-Koridor. Der wurde 3-4 Personen + der Elektronik überwacht und wird auch nicht verlassen. Deshalb ist es bei uns recht unwarscheinlich, das wir zu nah an irgendetwas kommen, was wir vielleicht nicht gesehen haben könnten.

Diesel elektrisch?

Herr 4: „Ja, guten Tag. Ich hab eine Frage. Wir fahren ja hier Diesel elektrisch. Und wann fahren sie elektrisch und wie effektiv ist das, weil der elektrische Strom wird ja über die Generatoren und auch aus Diesel erzeugt.“

Kapitän: „Also wir fahren immer elektrisch. Die Diesel-Motoren erzeugen über die Generatoren die Elektrizität. Die wird ins Netzwerk eingeleitet und dann auf die Elektro-Motoren. Ich hab gar keine andere Möglichkeit. Also es ist nicht wie Toyota-Hybrid, dass erst der Elektromotor anzieht und dann der Verbrennungsmotor sondern immer die Verbrennungsmaschine erzeugt über die Generatoren Strom, ins Netzwerk, und wo immer es dann gebraucht wird, und es kann schon mal sein, aufm‘ Mittag, wenn Küche und Klimaanlage und alles arbeitet, das entweder eine Maschine zugeschaltet wird, oder ich langsamer fahren muss. Es ist immer das Netzwerk, was ans gesamte Schiff den Strom verteilt.“

Waffen und Müll?

Herr 5: „Ich hätte zwei Fragen. Einmal würde mich interessieren, ist das Sicherheitspersonal an Bord bewaffnet? Oder gibt es überhaupt Waffen an Bord? Und zweitens würde mich interessieren, was passiert mit dem Müll an Bord.“

Kapitän: „Ähhhhh – also Grundsätzlich Waffen haben wir keine mehr an Bord. Es ist heute nicht mehr Zeitgemäß und ist auch die größe von den Schiffen, wir sind ja jetzt gerade durch den Golf von Aden gefahren, und unsere Verteidigung ist einfach die Schiffsgröße und die Geschwindigkeit. Wenn ich alles schalte machen wir 23 Knoten, das sind ca. 40 km/h. Da erzeugen wir so viel Welle, da kommen kleine Boote gar nicht mehr an uns ran. Geht gar nicht. Und wenn ich denn, ein Boot zu Nahe kommt, und ich würde einmal eine Kursänderung fahren, würde ich dieses Boot einfach wegwischen. Also Angriffe, auf solche großen Schiffe gibt’s schon gar nicht mehr. Für natürlich im Schiff – ich brauche keine Waffen. Sie benehmen sich wirklich alle ganz hervorragend. Ich hab da keine Bedenken. Und was auch so ist, ich bin früher noch auf kleinen Kreuzfahrtschiffen gefahren, als es noch das Ton-Tauben-schiessen gab. Dieses Theater , in jedem Hafen wollen die die Schrotflinten für’s Ton-Tauben-schiessen sehen. In manchen Häfen muss man die denn sogar abgeben. Das ist richtig kompliziert. Also Waffen haben wir keine mehr, und dann zum Müll. Joah Müll , also wir haben hier regelrecht einen Plan wie Müll verarbeitet wird. Recycling, reduce, reuse. Wir haben Müllverbrennungsanlagen, Verwertungsanlagen, gewisser Müll wird auch an Land abgegeben. Aber auch nur, zu zertifizierten Firmen, die nachweisen, wo sie denn den Müll nach den Vorschriften entsprechend entsorgen. Also groß verklappt, dass gibt es nicht mehr. Wenn eben Abwässer über Bord geleitet werden, auch nur nachdem sie durch die Kläranlage – in der Kläranlage verarbeitet wurden, hier Chief-Engineer und environmental-Officer, also der Umwelt-Offizier überprüfen denn auch die Sauberkeit des Wassers/ Abwasser. Egal was von den duschen, von der Küche, von den Toiletten… das wird aufbereitet, eine Stufe, bevor Trinkwasser. Und so haben wir richtig einen waste-Plan, einen Müll-Verarbeitungs/ Verwertungs, einen Plan an Bord. Und diese Schiffe sind schon sehr sauber.

Waffen und Müll?

Dame 2: „Ja guten Tag. Ich hätte die Frage: Kann auch sein, dass ich das jetzt verpasst habe. Wir haben ja in Dubai abgelegt und da hatten wir getankt gehabt. Jetzt haben wir ja Ausflüge gemacht – kann ja sein, das wir das nicht mitbekommen haben. Haben wir bis dato nicht mehr getankt? Also wieviel ist das Tankvermögen des Schiffes. Und dann die Frage: Wieviele Kilometer, die ganze Reise, die wir jetzt tätigen, wieviele Kilometer sind das jetzt genau?“

Kapitän: „Also in Muskat werden wir noch mal nachbunkern. Das hat jetzt gereicht, seit Dubai. Wir können ungefähr 2380 Tonnen an Kraftstoff nehmen. Das ist sehr viel. Und bei diesem Schiff, wenn wir nicht so schnell fahren, reicht das auch locker 4-5 Wochen. Wie gesagt, jetzt in Muskat im Oman, wird noch mal nachgetankt.

Dame 2: „Und wieviele Kilometer ist die ganze Reise jetzt gesamt?“

Kapitän: „Am besten Mal die nächste Frage und ich rufe schon mal auf Brücke an und frag nach.“

Entertainment- Managerin: „Wir hatten ja schon die Waffen, das letzte Mal hat jemand gefragt, wo ist denn das Gefängnis an Bord? Ich bin auch so für Fragen noch zuständig, außerhalb der Nautik.“

Kapitän: „Und die gesamte Strecke sind ungefähr 3530km.“

Schwerölverbrauch?

Herr 6: „Ich wollte gerne wissen: Fahren Sie mit Schweröl und wie viel Tonnen verbrauchen Sie pro Stunde, oder am Tag oder auf Seemeile umgerechnet?“

Entertainment- Managerin: „Das war jetzt keine Mädchen Frage. Ich gebe die Frage gerne an den Kapitän weiter.“

Offizier: „So, the consumption. The consumption is approx 1 metrik ton of heavy fuel oil (…) Now at sea depends (…)

Kühlungssystem?

Herr 7: „Ja, ich hätte noch eine technische Frage. Sie sprachen vorhin von den Dieselgeneratoren. Wie werden diese gekühlt – über Meerwasser? Oder ist das ein internes Kühlungs-System? Und falls mit Meerwasser gekühlt wird, bekommen sie dabei, wenn Sie in warme Gewässer kommen, und hohen Verbrauch haben, irgendwie in die Bredouille, das was reduziert werden muss?“

Offizier 2: „The cooling system of the generators is devided into two pieces. Two systems actually. One system is the low temperature, which is from one side sea water and on the other side there is the low temperature, the low cooling water temperature. And then we have the next system. Which is right after connected is the high temperature system, which is one side is the water which is circulating into the engine. And on the other side, the low temperature. So we are maintaining 90 degrees on the engine circulating cylinder heads. The high temperature water and the low temperature water is from 32 to 36 degrees of celcius. To the air cooler and to the coolers, the low temperature coolers, so it’s a combination.“

Herr XY: „Hab ich jetzt nicht verstanden…“

Kapitän: „Also, als wir jetzt durch den Golf gefahren sind, hatten wir fast 30°C Wassertemperatur und die Maschinen haben das gut mitgemacht. War für uns auch das erste Mal, dass wir in diesen Wasserbereichen waren. Und wie sie vielleicht schon – vielleicht kurz zur Übersetzung: Es gibt in der Maschine zwei Kühlsysteme. Das heiße Wasser, was in Zylinderköpfen ist um die 90°C und des kühlere Kreislauf, und das geht eben, wird über Wärme-Tauscher. Wir haben die Seekästen, da wird das Kühlwasser von außen natürlich angesaugt. Und wir haben einen internen Kreislauf in der Mschine, da können wir nicht Salzwasser rein pumpem, also einen externen und internen Kreislauf. Was denn das Wasser, die Temperatur über Wärmetauscher reguliert wird. Aber auch da in der Machine zwei Kreisläufe, einmal da, um die Laufbuchse, wo das Wasser sehr heißt ist über um die 90°C und aber auch die anderen Bereiche der Maschine, wo es um die 35°C  ist. Dann ist hier ein Teil der Kühlung der Maschine geht eben denn auch in die Heißwasser-Produktion, Dampfproduktion, und wird versucht die Energie zu optimieren.“

Was passiert mit den Speiseresten?

Herr 8: „Meine Frage bezieht sich auf  die Speisereste. Wie wir wissen, fallen ja in der Küche bzw. auf den Tellern von vielen Passagieren auch diese an. 1. Was passiert mit denen oder 2. wem kommen sie zugute?“

Kapitän: „Also ich muss sagen, auf dieser Reise, ich bin erstaunt, wir haben so gut wie überhaupt keine Speisereste. Sie essen alles auf.“

Entertainment- Managerin: „Das sind so circa 240 Tonnen, die wir gelagert haben, ne? Die sind dann auch mal bis Dubai weggefuttert.“

Kapitän: „Also es ist natürlich so, dass auch da am meisten Speisen oder an Lebensmittelspeisen spart man, beim nicht überkochen. Ihnen ist vielleicht aufgefallen, das im Ankelmannsplatz immer nur in sehr kleinen Behältern serviert wird. Es muss dann zwar immer nachgefüllt werden, es wird aber auch nicht so doll überkocht. Die, das bisschen an Speiseresten was wir haben, richtig – das haben wir natürlich, wird vorschriftsmäßig zerkleinert, kleingehackt durch Siebe durchgedrückt und dann auch wieder kontrolliert, wenn man außerhalb von den 12 Seemeilen Bereich ist und die Schiffsgeschwindigkeit muss über 7 Knoten sein, dann können Speisereste auch wieder in die See abgegeben werden. Aber das wird gefiltert, zerkleinert, und dann kontrolliert außerhalb, da wird man sogar- sieht man, ob irgendwelche Korallenriffe oder National Perke da sind, die unter Umweltschutz stehen. Das macht dann wieder der Umwelt-Offizier, zusammen mit dem Chief-Navigation. Der schaut den ganz genau in welchen Bereichen darf ich Speisereste über Bord kippen. Also maximal um die 8 Kubikmeter pro Tag, wie gesagt gefiltert, zerkleinert, und das ist für diese Schiffsgröße nicht so groß. Nicht so viel. Also ich weiß, von vor 20 Jahren war das wesentlich mehr. Da haen sie 10-15 Tonnen über Bord geworden. Das haben wir jetzt schon starl reduziert. Eben auch, da nicht mehr überkocht und zu viel hergestellt wird. Und wenn Sie sagen, wem kommt das zu Guten? Eigentlich nur den Fischen. Wir haben ganz ganz strenge Vorschriften, was einmal gekocht war, serviert und auf dem Buffet lag, darf nicht mehr weiter verwertet werden. Also es ist nicht so, wenn irgendwie die Suppen im Ankelmannsplatz nicht alle gemacht werden, dass sie dann später woanders serviert werden. Dürfen wir nicht! Die müssen dann wirklich weggekippt werden.

Warum unterschiedliche Antriebsweisen?

Herr 9: „Ja, ich hätte gerne gewusst, sie hatten Eingangs ausgeführt, dass es zwei Antriebe gibt, für die Generatoren. Einen V12 und einen 9 Zylinder. Was ist der technische Hintergrund, dass man zwei unterschiedliche Maschinen dort benutzt und nicht eine Bauart, für beide nimmt.“

Kapitän: „Das ist die Optimierung. Also zum Beispiel, jetzt habe ich eine Geschwindige…also, diese Maschinen sollten immer zwischen 70, 75 und 80 Prozent Last fahren. Dann ist die beste Verbrennung und der beste Kraftstoffverbrauch. Jetzt zum Beispiel habe ich eine Geschwindigkeit, muss ich 16,6 Knoten fahren, also die 30 Stundenkilometer. So, dann nehme ich eine große und eine kleine Maschine und bin ein bisschen darüber. Und wenn die Durchschnittsgeschwindigkeit runter ist, nehme ich eine kleine Maschine weg und fahr dann mit einer großen. Es geht eben darum, die Maschinenleistung, mit dem, was ich fahren muss, zu optimieren. Und wenn man alles nur große Maschinen hat, zum Beispiel zwei große Maschinen, währen viel zu viel. Mit zwei großen Maschinen mache ich 18, 19 Knoten. Die brauche ich im Moment aber gar nicht. Also wird das versucht , zu optimieren, mit großen und kleinen Maschinen. Wir hatten letztens eine Wegstrecke, da haben wir genau gefahren mit einer großen und zwei kleinen. Da haben wir genau die 19.4 Knoten gemacht. Hätte ich jetzt zwei große und eine kleine, mach ich 20 Knoten. Aber vergeude eben zu viel Kraftstoff. Und, wir sind dadurch auch wieder viel viel Umweltfreundlicher da wir die Maschinenleistung wesentlich besser auf die abgefragte Leistung, die ich am Antrieb brauche eingestellt werden muss. Man nennt das so ‚Vater-und-Sohn-Kombination‘. Heute haben fast alle modernen Kreuzfahrtschiffe, haben große und kleine Maschinen, damit das optimal kombiniert werden kann.“

Mann von Bord & Bremsdauer?

Herr 10: „Für den sehr unwahrscheinlichen Fall, dass jemand über Bord geht. Gibt es da ein festes Prozedere, was ausgelöst wird? Denn Sie sind ja in Geschwindigkeit, sie müssen ja irgendwie bremsen. In diesem Fall: Wie lange brauchen Sie, oder würden Sie zum Beispiel brauchen um bei ihrer jetzigen Geschwindigkeit auf 0 runter zu kommen? „

Kapitän: „Also Grundsätzlich: Vollbremsung nennt man crash-stop. Dieses Schiff in voller Fahrt bei 20 Knoten, braucht ungefähr 1.6, also 1600 Meter. Es ist aber so: Eine Kursänderung braucht immer weniger, als der crash-stop. Und wenn ich die Maschinen auf voll zurück ziehe, ist Chief-Engineer hinterher richtig beschäftigt, dass nachher alles wieder in Ordnung zu bringen. Es gibt denn Wiliamson-Turn. Ich würd erst hart ruder legen, in die eine Richtung natürlich erst Geschwindigkeit wegnehmen, und das Schiff einmal komplett herumdrehen. Weil, der Wendekreis, sagen wir mal so 5bis600 Meter, ist bei so ’nen Schiffen immer kleiner, als die gesammte Stopp-Strecke. Und, jawohl. Es gibt ein Prozedere. Das wird auch jeden Monat wird das geübt. Man würde eben die Maschinenleistung wegnehmen, das Schiff herum drehen, wenden und dann aber das fast-rescue-Boot, also das schnelle Rettungsboot schon besetzen/ bemannen, zu Wasser lassen. Also man sagt heute, bei einer gut trainierten Besatzung könnte man an dem Ausgangpunkt zwischen 10 und 15 Minuten, könnten wir jemanden wieder abbergen. Es ist auch so, dass die Brücke ausgerüstet ist mit, wir haben denn diese Bojen, die werden von den Brücken-Nocken ins Wasser geworfen. Das ist ein Rauchsignal, ein Lichtsignal und ein Rettungsring. Zusätzlich gibt es einen Knopf in der elektronischen Seekarte ‚man-over-board‘, den drückt man und diese Anlage berechnet sogar, Wind und Strömung, in welche Richtung die Person wegdriften würde. Und das ist dann markiert in der elektronischen Seekarte und wir kommen sehr schnell wieder dahin zurück. Aber trotzdem: Bitte hier jetzt auf offener See nur im Swimming-Pool baden gehen. Nicht draußen, ja?

Wie genau ist das Radar?

Herr 11: „Ja, hallo! Guten Morgen. Ich habe Frage, oder zwei Fragen besser noch. Die erste ist: Sie sprachen vorhin, dass viele Fischerboote in der Nähe sind, wenn wir auf dem indischen Ozean sind. Ich hab die auch gesehen, vorgestern. Sehen Sie die auf dem Radar, wenn die 10 Meter lang sind?“

Kapitän: „Auf jedem Fall! Die Boote sehen wir.“

Herr 11: „Wie verhalten Sie sich dann?“

Kapitän: „Also es ist so: Wir weichen Fischereibooten immer aus! Nun gibt es hier aber auch eine Besonderheit. Diese Fischerei-Boote haben ganz oft Netze und Fischerei-Bojen gesetzt. Die Fischerei-Bojen sind für uns etwas schwerer zu sehen. Das weiß das Fischerboot natürlich. So, wenn jetzt der Fischer sieht, das ich über sein Netz fahren würde, dann fährt der mit seinem Boot zu seinem Netz hin und weiß genau, dass ich solange ausweiche, bis ich eben frei von ihm bin. Und deshalb ist es hier ganz interessant zu sehen, da meine Brücken-Offiziere, die kratzen sich schon immer am Kopf und sagen ‚Oh, was machen die denn schon wieder?‘ Aber die schützen eben ihre Fischereinetze und halten denn auf unseren Bug zu. Weil der aber eben auch weiß, das wir ausweichen. Also den kleinen Booten, man kann diese Radar-Geräte schon sehr sehr genau einstellen. Wir haben ja auch, wenn Sie mal vorne am Bug sind, haben wir sogar eine Radar-Antenne ganz vorne auf dem Bug. Da können Sie, also ich möchte jetzt nicht sagen eine Briefmarke finde ich jetzt nicht mehr aber eine Cola-Büchse, eine Dose, die auf einer Welle schwimmt, die sehe ich im Radar-Gerät. Ich weiche auch für Cola-Dosen aus.“

Logistik?

Herr 11: „Die zweite Frage ist, oder die Information, die ich weitergeben möchte: Ich glaube, sie bringen eine unglaublich logistische Leistung, dass Sie also uns zweitausend Passagiere verköstigen, überhaupt ja, mit viel Delikatessen, mit viel tollen Sachen also überraschen. Das kriegen Sie ja in einem Rhythmus von 14 Tagen über Land von Dubai wenn wir ja jetzt von diese Region ausgehen, kommt das alle 14 Tage nur über Dubai oder kommt das von Deutschland über Container. Wie ist die logistische Herausforderung?“

Entertainment- Managerin: „Danke! Das weiß ich! Ja das ist in der tat eine sehr große logistische Herausforderung. Wie gesagt, als sie eingestiegen sind haben wir so zwischen 240 und 200 Tonnen Lebensmittel geliefert bekommen und die dann auch in dieses Schiff verpackt. Unten, dass ist die provision-area, eines der größten auf Kreuzfahrtschiffen, die es gibt. Es ist halt ein riesen großer Einkaufsladen, ein Supermarkt für uns Frauen auch großartig. Also es wird noch mal alles aufgeteilt zwischen trocken – Trockenfutter hätte ich jetzt fast schon gesagt, wie heißt das denn nochmal – Reis, Nudeln, dann natürlich gibt es ein Fischkühlhaus, ein Fleischkühlhaus, Obst gibt es ein Kühlhaus, Gemüse und das wird alle 14 Tage gemacht. Sollte es einmal so sein, dass sie alle unglaublich gerne Lobster essen, dann sind wir ’short-of-lobster‘ heißt das bei uns, dann gehen wir natürlich noch mal an Land raus. Man hat einen provision-Master, das heißt, sollte ich jetzt in der Küche arbeiten und ich brauche neue Kartoffeln, die bestelle ich dann beim Provision-Master, das ist die Zentrale dort unten und der weiß: Aha! Die Wiebke, die hat jetzt 10 kg Kartoffeln bestellt, die müssen irgendwo hinten wieder ran kommen. Dann ist es also so, dass man auch nachkaufen kann. Das wird dann mit frischen Sachen gemacht, wie mit Obst oder macnhmal macht man das auch in der Karibik wie mit Fisch. Aber so diese ganzen Sachen, vielleicht haben Sie es bemerkt, wir sind in Dubai eingestiegen und hatten die Birkelnudel. Und die Birkelnudel oder Barilla-Nudel  oder welche Nudel auch immer, wird bis zum Ende der Reise nicht mehr ausgehen. Ist soweit die Frage geklärt? Ja? Sehr gerne! Und es ist immer ganz spannend wenn geladen wird. Also das ist unten da, da wo sie, sie gehen da schräg ins Schiff auf Deck 2 und das ist unsere Autobahn, so heißt die auch bei uns. Also wenn wir unseren crew-drill haben und der Kapitän sagt ‚Wiebke, heute ist ein Drill auf der Autobahn!‘ Dann muss ich auch sagen: ‚Dear crew, please proceed to the Autobahn!‘ Dann weiß jeder, wo er hin muss. Das ist im vorderen Teil des Schiffes und wenn es gelagert wird, ist das ein bisschen wie beim Raumschiff Enterprice. Ich glaube der ein oder andere kennt das noch. Es werden also Gabelstabler gefahren, es wird gehupt, es wird geklingelt und dann muss man immer aufpassen. Dieser Prozess dauert natürlich auch einige Stunden. Ja und dann wird dieser Raum wieder geschlossen und dann können wir wieder losfahren.“

Eingabe der Reiseroute?

Herr 12: „Ich habe die Frage: Wenn Sie eine Reise studiert haben, wie wird das ins Schiff eingegeben? Wie bei uns, bei dem Navigationsgerät?“

Kapitän: „Also recht ähnlich. Unser Navigationssystem von SAM Atlas ist eine deutsche Firma und von den USA aufgekauft worden, nach wie vor in Hamburg ansässig. Und es funktioniert auf einer Windows Oberfläche. Es ist ein Computer und da werden, es ist natürlich etwas mehr, weil wir geben ja auch Geschwindigkeiten auf den einzelnen Routen ein oder Wegpunkte oder wieviele Ruder gelegt werden darf. Mit was für einem Radius gewendet wird, also wenn das Schiff sehr schnell fährt sagt man sogar, wenn der Autopilot eingeschalten ist, das der eben nicht zu viel Kursänderung fährt, sodass das Schiff sich nicht zu stark anfängt zu neigen. Aber es sind denn Tabellen, in einem ganz normalen Computer, die eingearbeitet werden. Von dem Navigations-Offizier wird das eingegeben. Aber ist Grundsätzlich ähnlich, wie bei dem Garmin oder dem TomTom to go, es ist nicht mehr viel andern. Nur mit ein paar zusätzlichen Informationen weil eben doch sehr viel mehr Elektronik, Steuer und regelt, Technik verknüpft es in einem Netzwerk.“

Entertainment- Managerin: „Ja, nehmen wir noch 2 Fragen mit und dann kommen wir auch dazu, dass sie sich mit dem Kapitän hier oben auf der Bühne fotografieren lassen können.“

Behördengänge für Indien – optimierbar?

Herr 2 (kommt erneut zu Wort): „Ich wollte Ihnen sagen, ich hab erst 12 Kreuzfahrten gemacht und das ist das beste Schiff und die 5, da war ich vor fünf Wochen drauf. Punkt 1. Punkt 2 ist, dieses Dilemma mit dem Visa hier. TUI ist ’ne Weltmacht auf dem Markt. Warum sind sie nicht in der Lage, den Kameraden zu sagen, ihr habt hier nicht mit 4 Mann sondern mit 20 Mann zu erscheinen. Also wenn ich Chef wär, würden hier 20 erscheinen. Und nicht so eine Schlange wie hier. Offensichtlich haben Sie jetzt ja wohl schon etwas unternommen, was ich begrüße, aber das reicht nicht. Davon mache ich meine nächsten Reisen abhängig – auf ihre Aussage jetzt.“

Kapitän: „Also grundsätzlich – jetzt geht’s los – fangen wir mal damit an. Wir haben jede Reise, wenn wir zum ersten Mal im Hafen sind, kommt eine gesammte Begrüßungsdelegation an Bord. Und die Agenten und Behörden und mit denen haben wir das alles schon besprochen. Die Indischen Behörden haben mir auch zugesichert, Sie wissen, dass ja das ganze System von den Einwanderungsbehörden und Vorschriften im Moment nicht optimiert ist um das Mal so schön zu sagen. Es gibt einen Plan, der wurde uns versprochen, bis Mitte 2017, ein ähnliches System wie in USA zu haben , dass bei der Einreise, wird 1x eine Identifikation stattfinden- also ein face-to-face check, und dann bekommt man einen Strichcode, mit dem man sich in jedem Hafen identifizieren kann. Daran arbeiten die. Weil die auch sehr daran interessiert sind, die Kreuzfahrtindustrie ist nach wie vor, es wächst, es werden mehr Schiffe gebaut. Die Redereien oder das Kreuzfahrtmanagement suchen natürlich nach neuen Routen und Indien hat das mitbekommen. Es gibt so, 2,3,4 interessante Destinationen und es wurde uns versichert, das daran gearbeitet wird. So. Bei dem ersten Hafen in Mumbai. Bei uns in Deutschland gibt es Vorschriften und Beamte und die folgen wirklich den Vorschriften und so wie das festgelegt ist, so wird das gemacht. Da kommen Sie in Frankfurt an, eine schnelle Passkontrolle  – so funktioniert das. In anderen Ländern hat eben jeder Beamte oder Supervisor, kann so ein bisschen nach seinem eigenen gut dünken Dinge entscheiden. Und die Mein Schiff 1, war gerade glaube ich letztes Jahr…“

Entertainment- Managerin: „…ja, die war letztes Jahr hier und hatten…“

Kapitän: „… zwei Stunden. Die haben den gesamten Prozess, die haben sich das wie mit den Karten durchgeguckt, gestempelt, haben gesagt: wunderbar!“

Entertainment- Managerin: „Ja, darf ich da noch mal kurz zu einhaken? Da war auch eine andere Zeit vorgegeben. Also die sagten, die kommen von 9-12 Uhr. Von 8 – 12 Uhr! Um 8 waren Sie da, um 9 fingen Sie an zu arbeiten. Nein. Um 7 waren Sie da, um 8 fingen Sie an zu arbeiten und um…als sie dann eine halbe Stunde lang gestempelt haben, haben sie gesagt: Wir hören um 10 auf. Sie waren aber bis 12 Uhr avisiert und haben um 10 Uhr aufgehört. Und da hat die Kreuzfahrt-Direktorin und alle Mitarbeiter auf der Mein Schiff 1, haben also Durchsagen, die Kreuzfahrt-Direktorin hat die Durchsagen gemacht und die Mitarbeiter sind wirklich in die Spa und die Restaurants gegangen, in die Spa Anwendungen gegangen und gesagt: Sie müssen jetzt kommen! Die wären tatsächlich gegangen! Die wären einfach gegangen. Und innerhalb von 2 Stunden war alles weggestempelt. Wollten um 10 Uhr aufhören und haben schon um 9 gesagt, in einer Stunde sind wir weg. Und in diesem Fall war man dem so ausgeliefert.“

Kapitän: „Joah und denn, beim zweiten Mal haben wir recht hart mi den Behörden verhandelt, und haben das eben nur mit diesen Karten, dass die ausgefüllt und Unterschrieben werden müssen und dann bestempeln die Behörden das. Denn im nächsten war es halt wieder so, dass sie gesagt haben: Nee, wir wollen wieder ’nen face-check machen, kommen aber mit mehr Leuten. Und da muss man eben auch sagen, es sind Einwanderungsbehörden. Es ist das Land hier und es ist vorgeschrieben. Und manchmal kooperieren die, und manchmal sind wir da auch etwas machtlos. Und es hat mir selber auch nicht gefallen. Sie haben ja auch gesehen, dass ich selber sehr viel da unten war und mir das angesehen habe. Dann haben wir wieder mit den Behörden wieder geredet. Als die jetzt wieder an Bord waren die Behörden, in allen Häfen haben wir das auch noch mal erwähnt, das dies ein sehr großes Problem für uns ist. Und das uns das nicht gefällt. Und die haben alle gesagt: Jawohl! Wir arbeiten an einem System, was schneller arbeiten wird und aber nach wie vor – es ist eben so – und manchmal, ich muss Ihnen ganz ehrlich sagen, ich bin auch schon in Frankreich aus dem Ausland gekommen als Seemann und habe mich gewundert, warum der Frankfurt – ach ich hab denn geguckt, auf die Schilder, ob das wirklich Frankfurt ist oder ob ich aus dem falschen Flieger ausgestiegen bin und habe eine Stunde an der Passkontrolle gewartet und hab gesagt: was denn nun los? Ich bin doch zu Hause, warum lassen die mich nicht rein? Es sind die Behörden, es sind die Einwanderungsbehörden. Hätte ich zu denen sagen können: Das muss jetzt schnell gehen, sofort in 5 Minuten will ich das Schiff klaiert haben und alle Gäste, hätte ich das gemacht. Man muss aber auch wissen, wenn man da falsch verhandelt, oder die verärgert, können die auch sagen: Wissen Sie was, es geht gar niemand an Land. Wir gehen jetzt wieder und dann hat sich das erledigt. Es ist eben so, es ist nicht immer ganz angenehm, es ist ärgerlich, wenn man da ne Stunde steht, aber es sind die Einwanderungsbehörden, es ist Landesgesetz und danach müssen wir uns richten. Aber es wurde uns ganz klar versichert, das an einem neuen System gearbeitet wird. Und das das Mitte 2017  implementiert werden soll.“

Entertainment- Managerin: „Ich kann da vielleicht noch abschließend zu sagen, dass wir heute – wir treffen uns ja morgens immer in dem GM-Cyrcle, heißt das bei uns. Also alle hohen Offiziere sitzen dort zusammen: Was war gestern, was ist morgen, was passiert übermorgen? Und kann ihnen versichern, wir fahren diese Reise ja noch einmal wieder und zwar im Februar. Wir werden natürlich unsere Kollegen, weil wir alle so in dieser Führungsriege sind, nicht da, wir sind dann im Urlaub oder auf anderen Schiffen, in eine absolut 120%ige Übergabe da lassen, wie das passierte. Ganz wichtiger ist, dass wir heute morgen auch gerade wir haben die ganze Zeit mit der Landseite TUIcruises kommuniziert, dass sollten Sie die Fahrt noch mal ab Februar in die andere Richtung zurück machen, jeder Gast schon in seinen Einreise oder zu seinen Reiseunterlagen und in diesen Reiseunterlagen ist es jetzt explizit aufgelistet, dass Sie im Vorfeld darüber informiert werden, dass es auf diesem Schiff diese Sicherheitsvorkehrung und diese Einreise und behördlichen Dinge noch zu erledigen gibt. So, eine Frage noch? Oder sonst machen wir die Fotos.“

Und – Applaus, wer es bis hier hin geschafft hat 🙂 Das waren alle Fragen aus der Kapitäns Fragestunde mit Kapitän Thomas Roth am 01.Dezember 2016 auf der Mein Schiff 3. Welche Frage, würdet ihr gerne mal dem Kapitän stellen? Schreibt es mir gerne, unter dieses Foto bei instagram.